Jugendgästehaus Els
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Die Burg Hartenstein in Österreich liegt im kleinen Kremstal, in der rauen Granitlandschaft des Waldviertels, etwa 15 km westlich der Stadt Krems im Gemeindegebiet von Weinzierl am Walde in Niederösterreich.

Nähere Infos unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hartenstein_(Niederösterreich).

Sagen rund um die Burg Hartenstein:

Die Gründung von Hartenstein.

Vor fast so vielen hundert Jahren, als der Mensch Finger hat, verliebte sich ein Ritter in die wunderschöne Tochter des Herrschers Kuno und fand heiße Gegenliebe. Doch der stolze Vater, der sein Kind nur einem Könige geben wollte, weigerte sich hartnäckig, in die Verbindung einzuwilligen, und so blieb dem Ritter nach altem Gebrauche nichts übrig, als die Braut zu entführen.

Die beiden flüchteten vor der Rache des ergrimmten Vaters in die Urwälder des Kremsflusses, und der Ritter erbaute dortselbst eine mächtige Burg, die er wegen ihres festen Gesteines Hartenstein nannte. Hier gedachte er, vor allen Nachstellungen gesichert, mit seiner geliebten Frau ein glückliches Leben verbringen zu können.

Allein Kuno, der dem Mädchenräuber den Tod geschworen hatte, gab seine Nachforschungen nicht auf, bis der Schlupfwinkel entdeckt war. Er belagerte die Burg und erstürmte sie trotz der tapfersten Gegenwehr. Als nun der Hartensteiner alles verloren sah, als Kuno bereits mit dem Schwelte in der Hand in das Turmgemach trat, wohin sich das Paar zurückgezogen hatte, da umschlang der verzweifelte Gatte die geliebte Frau und stürzte sich mit ihr in die grause Tiefe. Kuno selbst fiel, ob dieses entsetzlichen Ausganges, vom Schlage gerührt, tot zu Boden, und so ging die Herrschaft in andere Hände über.

Manche erzählen, es sei dem Kuno mit dem Überfalle nicht ernst gewesen. Er habe nur mit Einverständnis des Schloßhauptmannes die Tapferkeit seines Schwiegersohnes auf die Probe stellen wollen, geneigt, den beiden im letzten Augenblicke Verzeihung Angedeihen zu lassen. Aus dem gewagten Scherze sei aber, da sich das Paar voreilig in die Tiefe stürzte, blutiger Ernst geworden, und Kuno, durch den unseligen Ausgang erschüttert, habe das Schloß einem seiner Reisigen geschenkt, habe sich auch, in sein Reich zurückgekehrt, keiner glücklichen Stunde mehr erfreuen können.

Quelle: Wachausagen, Erzählt und allen Freunden der goldenen Wachau gewidmet von Josef Wichner. Krems an der Donau. [1920]. S. 66 – 67.

Die Schweden vor Hartenstein.

Zur Zeit des dreißigjährigen Krieges haben die Schweden in unserm lieben Vaterlande arg gewütet.

Auch die Wachau weiß davon manch ein Liedlein zu singen, aber kein lustiges; haben ja die des Plünderns, Brennens und Mordens gewöhnten Horden in Stein nur fünf Bürger am Leben gelassen, Krems durch lange Zeit besetzt gehalten, in Weißenkirchen und Spitz gar feindselig gehaust und das ganze Waldland grausam gebrandschatzt. Auch ins Kremstal sind die Schweden damals gekommen, haben sich angeschickt, die feste Burg Hartenstein zu umlagern und gedachten, die Besatzung, wie die Engländer es in neuester Zeit mit dem Deutschen Reiche machen wollten, durch Hunger zur Übergabe zu zwingen. Schon waren die Lebensmittel bis auf einen Ochsen und eine Katze aufgezehrt, da verfiel der Schloßhauptmann auf eine List. Er ließ die Katze töten und eine mit ihrem Blute bestrichene Kuhhaut über die Mauer hängen. Zugleich mußte der Ochse nach besten Kräften brüllen und die Windmühle klapperte, als hätte sie es gar eilig, Korn zu mahlen.

Da zogen die Schweden, vermeinend, es werde den Belagerten durch unterirdische Gänge stets frischer Vorrat zugeführt, ab und sahen sich nach einer besseren Gelegenheit um.

Hartenstein ist aber auch späterhin nie vom Feinde gebrochen worden; denn beim Baue hat man den Mörtel mit Wein angemacht, und so ein Gemäuer vermag Menschenwerk nie und nimmer zu zerstören.

Quelle: Wachausagen, Erzählt und allen Freunden der goldenen Wachau gewidmet von Josef Wichner. Krems an der Donau. [1920]. S. 67 – 68.